Logopädie - Sprachtherapie

Die Behandlung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen gehört seit vielen Jahren zu einem  Spezialgebiet des Marienhausklinikums im Kreis Ahrweiler. Die sprachtherapeutische Abteilung konzentriert sich dabei auf die Behandlung von Kommunikations- und Schluckstörungen nach Erkrankungen insbesondere des Gehirns. Wir ermöglichen eine kontinuierliche sprachtherapeutische Behandlung bereits in den ersten Tagen auf der Stroke Unit sowie auf der Akutgeriatrie und Frührehabilitation des Krankenhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr. Wir ergänzen das Angebot durch eine sprachtherapeutische Anschlussbehandlung in der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation in Burgbrohl.

Leistungsspektrum

Zu den zentralen Aufgaben gehören:

  • Eine eingehende Diagnostik von Aphasien (Sprachstörungen), die in der Regel auch Lesen, Schreiben und Rechnen miteinbeziehen, durch standardisierte Testverfahren. Ferner die eingehende Diagnostik von Dysarthrien (Sprechstörungen), Dysphonien (Stimmstörungen) sowie von Sprechapraxien (Störung der Artikulationsplanung).

  • Eine individuelle, auf Leistungsstand und Persönlichkeit des Patienten abgestimmte störungsspezifische Therapie mit Reaktivierung rezeptiver und produktiver sprachlicher Funktionen und im Bedarfsfall auch Einübung kompensatorischer Strategien.

  • Eine frühestmögliche Hilfestellung und Unterstützung der Angehörigen, die oft gerade durch die kommunikativen Einschränkungen des Patienten verunsichert, irritiert und hilflos sind.

  • Darüber hinaus hat sich unsere Einrichtung auf die Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen spezialisiert, die gerade nach Schlaganfällen mit einer Häufigkeit von über 60 % auftreten. Es bestehen spezialisierte klinische wie apparative (Rhinolaryngoskopie) Untersuchungsmöglichkeiten zur Schluckdiagnostik sowie ein differenziertes Therapieangebot in Kooperation mit dem therapeutischen Team. Speziell für Patienten mit Schluckstörungen werden mehrere Kostformen angeboten. 

Diagnostik und Therapie:

Die Mitarbeiter der Sprachtherapie führen Testuntersuchungen durch, um Art und Ausmaß der Störung  festzustellen. Je nach Schweregrad und Art der Symptomatik variiert das individuelle Therapieziel zwischen: 

  • der Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit und Verbesserung gestörter Sprach- und Sprechleistungen sowie der Schluckfunktionen 

  • der  Vermittlung von Techniken und Strategien zur Kompensation der Kommunikations- und Schluckstörungen,  um  einen verbesserten Umgang mit bleibenden Behinderungen im Alltag zu ermöglichen

Angehörigenarbeit:

Kommunikations- und Schluckstörungen nach Erkrankung des Gehirns werden von Patient und Angehörigen meist als besonders einschneidend erlebt und können im Zusammenleben zu erheblichen psychosozialen Veränderungen führen. Die Angehörigen des Patienten mit einzubeziehen bedeutet, sie über das Wesen der Sprach- Sprech- und Schluckstörungen aufzuklären sowie über einen professionellen Umgang mit den Störungen. Um einen besseren Einblick in die Therapie zu erhalten, ist es auch möglich, bei sprachtherapeutischen Sitzungen dabei zu sein und sich Übungen erklären zu lassen.

Das Schlucktraining

Vorbereitende Maßnahmen vor dem Essen 

  • Wählen Sie die richtige Zusammensetzung und Konsistenz der Lebensmittel aus, da sie das Schlucken erleichtern können. Beginnen Sie mit der Konsistenz, die am besten geschluckt werden kann. Gut geeignet sind generell breiige Nahrung sowie gleichförmige Konsistenzen ohne Stückchen. Flüssigkeiten sollten in manchen Fällen angedickt werden. Sie sind  beim Schlucken einfacher zu kontrollieren

  • Die Auswahl der Nahrung sollte zusammen mit einem Schlucktherapeuten erfolgen

  • Ermöglichen Sie eine aufrechte Sitzposition beim Essen möglichst im Stuhl oder Rollstuhl

  • Essen am Tisch ist prinzipiell die beste Position

  • Bei Lagerung im Bett den Oberkörper in aufrechte Position bringen. Nach Möglichkeit 20 min vor und nach dem Essen aufrecht bleiben

  • Kopf hoch mit leicht nach vorne-unten geneigtem Kinn halten

Maßnahmen während es Essens:

  • Zu große Schlücke und Bisse vermeiden

  • Möglichst einen Teelöffel beim Essen benutzen

  • Zeit beim Essen lassen

  • Der Mund muss bei jedem  Schluck geschlossen sein

  • Ablenkung vermeiden

  • Schlucken abwarten und zum Nachschlucken auffordern, falls noch Speisereste im Mund vorhanden sind

  • Bei Ermüden des Patienten eine Pause einlegen oder die Mahlzeit abbrechen

Störungsbilder

Sprachstörungen (Aphasien):

Aphasien sind Sprachstörungen durch Schädigungen des Gehirns. Die häufigsten Ursachen sind Schlaganfälle sowie Tumore, Hirnverletzungen und Entzündungen des Gehirns. Die Störungen betreffen meist alle sprachlichen Fähigkeiten, also Sprechen und  Verstehen, Lesen und Schreiben, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. Gestört sind Wortfindung und Wortwahl, die Bildung der Lautstrukturen und der Grammatik. Je nach Ausmaß der Schädigung sind Aphasiker nicht mehr in der Lage, ihre Gedanken und Gefühle sprachlich auszudrücken. Entsprechend können Sprachstörungen für den Patienten und für seine Angehörigen gravierende Veränderungen mit weitreichenden psychosozialen Folgen bedeuten. 

Sprechstörungen (Dysarthrien):

Dysarthrien sind Störungen der  Aussprache, der Stimmgebung und der Atmung. Zu den Ursachen zählen Schlaganfälle, Morbus Parkinson und Multiple Sklerose. Die Sprechorgane sind gelähmt oder  hinsichtlich der Koordination eingeschränkt. Beteiligt sind vor allem die Muskeln von Mund, Mundinnenraum, Zunge, Kehlkopf und Stimmlippen. Die Betroffenen sprechen verwaschen und undeutlich mit einer mühevollen  Artikulation. Die Symptome können begleitet sein von Störungen der Stimmgebung  -  zum Beispiel einer Heiserkeit -,  der Sprechmelodie - in Form  einer monotonen Intonation -   und der Sprechatmung. 

Sprechplanungsstörungen (Sprechapraxien): 

Sprechapraxien sind Störungen der sprechmotorischen Planung nach Schädigung des Gehirns. Gestört ist die Fähigkeit, die komplexen muskulären Bewegungen bei der Lautbildung zu steuern, ohne dass eine Lähmung von Muskeln vorliegt. Die Auswahl und zeitliche Sequenzierung der zum Sprechen erforderlichen Einzelbewegungen ist beeinträchtigt. Die Symptome sind Lautentstellungen, ein verlangsamter stockender Redefluss und eine erhebliche Sprechanstrengung sowie Suchbewegungen der Sprechorgane wie zum Beispiel der Lippen und der Zunge. Die Sprechapraxie ist ein häufiges Begleitsymptom der Aphasie. 

Gesichtslähmungen (Facialisparesen):

Bei Facialisparesen ist die Beweglichkeit der Gesichtsmuskulatur durch Lähmungen teilweise oder vollständig gestört oft in Verbindung mit einem Taubheitsgefühl. Die mimischen Funktionen für den Gesichtsausdruck sind dabei eingeschränkt. Facialisparesen treten häufig im Zusammenhang mit einer Aphasie auf. 

Schluckstörungen (Dysphagien): 

Dysphagien sind Schluckstörungen, die oft Folge sind von Schlaganfällen, Parkinsonscher Erkrankung oder Multipler Sklerose. Auch  bestimmte Medikamente können eine mögliche Ursache sein. In vielen Fällen ist die Beweglichkeit im Mund- und Rachenraum sowie die Sensibilität eingeschränkt. Gefährlich wird es für einen Patientin, wenn während des Essens Speisereste oder Flüssigkeit in die Luftröhre gelangen und Schutzreflexe wie das Husten ausgefallen sind. Eine Lungenentzündung ist häufig die Folge. Schluckstörungen können darüber hinaus zu Mangelernährung und Gewichtsverlust führen sowie  zu unklaren Infekten der Atemwege.

Schluckstörungen... was nun?

Wie lassen sich Schluckstörungen erkennen ?  

  • Häufiges Verschlucken

  • Vermehrtes Husten / Räuspern

  • Stimmveränderungen, feuchte gurgelnde, verschleimt klingende Stimme

  • Speichelfluss aus dem Mund

  • Nahrung bleibt in der Mundtasche liegen oder am Oberkiefer

  • Kloßgefühl im Hals

  • Nahrungsverweigerung, Gewichtsabnahme

  • Häufige Infektionen der Atemwege / Lungenentzündung unklaren Ursprungs / unklare Fieberschübe

  • Verminderung der Wachheit, Apathie

Treten solche Symptome auf, dann sollten sie sich beim Arzt über mögliche Schluckstörungen erkundigen. 

Team

Christina Bange (M.A.)

Leitende Sprachtherapeutin, Klinische Linguistin (BKL)

Telefon:02641 83-85418
E-Mail:christina.​bange@​marienhaus.​de

Martin Köller

Logopäde

Kontakt

Christina Bange (M.A.)

Leitende Sprachtherapeutin, Klinische Linguistin (BKL)

Telefon:02641 83-85418
E-Mail:christina.​bange@​marienhaus.​de

Krankenhaus Maria Hilf

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53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
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