Akutgeriatrie und Frührehabilitation (BNA)

Standort: Krankenhaus Maria Hilf

Geriatrie bedeutet Altersheilkunde oder Altersmedizin. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es nicht nur Erkrankungen gibt, die im Alter gehäuft auftreten, sondern auch Erkrankungen, die im Alter einer besonderen Behandlfungsform, einer besondern Form der Medikamentenversorgung sowie einer spezifischen Frührehabilitation bedürfen. Die Geriatrie befasst sich schwerpunktmäßig mit Erkrankungen und Unfallfolgen älterer Menschen, die zum Verlust der Selbständigkeit führen. Ältere Menschen sind häufig mehrfach krank, weshalb diese besonders verletzliche Gruppe von Menschen eine auf ihre Bedürfnisse spezialisierte Medizin braucht.

Um hier ein spezielles Behandlungsangebot zu schaffen, hat das Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler eine eigenständige Abteilung für Altersmedizin und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr eingerichtet, welche Bestandteil des Geriatrischen Zentrums im Kreis Ahrweiler ist. Das Geriatrische Zentrum wird an den Standorten Adenau, Bad Neuenahr und Burgbrohl ausgebaut, um eine umfassende medizinische Betreuungskette für betagte Menschen im Kreis Ahrweiler sicherzustellen. Im Alterstraumatologischen Zentrum arbeiten Spezialisten aus Unfallchirurgie und Geriatrie von der Aufnahme bis zur Entlassung vertrauensvoll und aufeinander abgestimmt zusammen, um den besonderen Bedürfnissen des geriatrischen Unfallpatienten gerecht zu werden.

Behandlungsziele sind in der Akut-Geriatrie neben der Stabilisierung der lebenswichtigen Funktionen sowie der Ursachensuche zur Vermeidung von Wiederholungsereignissen vor allem auch die Frührehabilitation der eingetretenen Funktionsverluste und somit die Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Selbständigkeit und die Verringerung von Pflegebedürftigkeit.

Neben diesem geriatrischen Schwerpunkt gehört auch die langjährig bewährte, umfassende Frührehabilitation von jüngeren, frührehabilitationsbedürftigen Patienten wie zum Beispiel jüngere Schlaganfallpatienten zu dem Aufgabenbereich unserer Abteilung.

Sofern nach Abschluss der akut-stationären Behandlung weiterer Rehabilitationsbedarf besteht, erfolgt dieser entweder in enger Kooperation mit der Brohltal-Klinik St. Josef in Burgbrohl oder weiteren indikationsspezifischen stationären und ambulanten Rehabilitationseinrichtungen in der Region, wodurch eine durchgängige Rehabilitationskette von der Frührehabilitation über die geriatrische / indikationsspezifische Rehabilitation bis hin zur ambulanten / tagesklinischen Behandlung gewährleistet ist.

Behandlungsspektrum

Behandlungsschwerpunkte sind das gesamte Spektrum der allgemeinen internistischen Erkrankungen, Behandlung und Rehabilitation von neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, Morbus Parkinson und andere extrapyramidalmotorische Erkrankungen, Polyneuropathien), Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie die Frührehabilitation nach Frakturversorgung und Amputationen sowie nach adominalchirurgischen Eingriffen.  

Eine große Aufgabe besteht auch in der Klärung von typisch geriatrischen Syndromen wie 

  • Gangstörungen und Stürzen 
  • Immobilität 
  • Gebrechlichkeit 
  • Malnutrition (Mangelernährung) 
  • Depression und Verwirrtheit 
  • Früherkennung und Differentialdiagnose von Demenzerkrankungen und anderen kognitiven Beeinträchtigungen im höheren Lebensalter.

 

Hauptdiagnosen

im folgenden finden Sie wine umfassende Übersicht über die in der Geriatrie behandelten Hauptdiagnosen:
  

1. Neurologische Erkrankungen

  • Schlaganfall und derere cerebrovaskuläre Erkrankungen (intrazerebrale Blutung
  • Subarachnoidalblutung, subkortiakle arteriosklerotische Enzepahlopathie) nach Abschluss von Akutdiagnostik I60-I69
  • Parkinson-Syndrome und andere extrapyramidalmotorische Erkrankungen und Bewegungsstörungen G20-26
  • sonstige multifaktorielle Gangstörungen
  • Polyneuropathien und Polyneuritiden G61-64
  • Nachbehandlung von Schädel-Hirn-Traumata S06-09


2.  Internistische Erkrankungen

  • Dekompensierte Herzinsuffizienz I50.-
  • Exazerbierte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung J44.0, J44.1
  • Infekte im Alter wie Pneumonien und andere Infektionen der Atemwege J 10. – bis  J 22
  • akute Harnwegsinfektionen mit Komplikationen N30.-, N39.0
  • Andere Infektionen A00.- bis B99
  • KHK und andere Herzkrankheiten mit Z. n. herzchirurgischem Eingriff 105.-bis I09.-,  I20.-bis I25.-, 197.0, Z95.-
  • Diabetisches Spätsyndrom/ Diabetische Folgeerkrankungen E10.- bis E14.-
  • Arterielle Verschlusskrankheit I73.9


3. Krankheiten des Bewegungsapparates

  • Osteoporose und ihre Folgen (M80.-84)
  • Spondylopathien u. Diskopathien, ggf. mit Z. n. Laminektomie und anderen wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen M45-M51 Z48.8, G97.8
  • Degenerative und entzündliche Arthropathien M00-M25


4.  Psychische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten

  • Beginnende Demenzen und Gedächtnisstörungen F00-09
  • Delir und andere hirnorganische Psychosen F00-F05
  • Depressive Störungen im Alter F32-38
  • Angststörungen im Alter F40.-, F41.-


5.  Nach allgemeinchirurgischen, traumatologischen und orthopädischen Eingriffen

  • Hüftgelenksnahe Fraktur mit Z. n. chir. Versorgung S72.-Z96.6
  • Andere Frakturen und Verletzungen nach Abschluss der chirurgischen Behandlung S00-T98
  • Cox- und Gonarthrose mit Z. n. Implantation einer Endoprothese M16.-, M17.-Z96.6
  • Arterielle Verschlusskrankheit mit Z. n. Amputation o. a. OP, Prothesenversorgung I70.-Z89.-,Z95.-
  • Nach abdominalchirurgischen Eingriffen C15.- bis C26.-
  • Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und med. Behandlung T80-T88
  • Spezifische Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und med. Behandlung


6.  Geriatrische Syndrome

  • Sturzneigung und Schwindel R26, R29.81, R42, H81/82
  • Immobilität M96.8, M62.3
  • Chronisches Schmerzsyndrom mit drohender Immobilität R52
  • Inkontinenz R32, R15
  • Decubitalulcera L89, L87, L98.4
  • Fehl- und Mangelernährung R64, E41
  • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt E43/44, E86/87
  • Probleme infolge Polymediaktion Y57.9, X49.9
  • Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen R47, R48, R49, R13
  • Fähigkeitsstörungen unklarer Genese mit/ ohne soziale Beeinträchtigung

Therapeutische Angebote

Neben Diagnostik und Therapie der Grunderkrankung steht für den Betroffenen ab dem ersten Tag in unserem Haus ein therapeutisches Team zur Verfügung, zu welchem neben dem ärztlichen Dienst und der rehabilitativen Pflege noch Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger gehören. Dieses Team ist Herzstück allen geriatrischen Handelns, denn nur durch dieses multiprofessionelle Team, das nach einem ganzheitlichen Konzept arbeitet, wird man der multidimensionalen Problematik des geriatrischen Patienten gerecht.

  • Endoskopie zur Schluckdiagnostik
  • Therapien durch die Abteilung

  • Beratung durch den Sozialdienst
  • Ultraschallgeräte für Sonografien von Abdomen (Bauchorgane), Herz, Schilddrüse und Blutgefäßen
  • EKG mit Langzeit-EKG
  • CT- und MRT-Untersuchungen über die Radiologie

Qualitätssicherung

Das Geriatrische Zentrum im Kreis Ahrweiler ist Mitglied im Bundesverband Geriatrie. Die Aufnahme in den Verband ist an definierte Strukturqualitätskriterien geknüpft, die im Rahmen einer Selbstbewertung und einer Visitation vor Ort überprüft werden. Somit ist bereits die Mitgliedschaft einer geriatrischen Einrichtung ein Beleg für eine qualitätsorientierte Patientenversorgung.

Fortbildungskonzept

Unser Geriatrisches Zentrum hat ein modular aufgebautes Fortbildungskonzept entwickelt, das durch diese Besonderheiten gekennzeichnet ist: 

  • Effektive Betreuung älterer Menschen setzt ein interdisziplinär besetztes therapeutischesTeam voraus. Dies greifen wir bereits in der Zielgruppe der einzelnen Kurse auf – undletztlich auch im Titel der Fortbildungsreihe.

  • Die Fortbildungsthemen orientieren sich anEinschränkungen und Problemfeldern, derenwirksame Behandlung nach Einschätzung anerkannter Experten für die Lebensqualität älterer Menschen von besonderer Bedeutung ist. 
  • Im Zentrum stehen restituierende, kompensatorische und adaptierende Therapieverfahren, deren Wirksamkeit wissenschaftlich abgesichert.

Aktivierende Pflege

Auf der Grundlage eines gemeinsam abgestimmten Behandlungskonzeptes  fördert  die  Pflege  unter  Berück sichtigung der physiologischen, psychischen und sozialen  Situation  des  Patienten  die  vorhanden  Ressourcen und Potentiale. Die Pflege beurteilt die Pflegebedürfnisse, fördert die Eigenständigkeit des Betroffenen, unterstützt und trainiert Aktivitäten des täglichen Lebens. Sie berät und bindet die Angehörigen mit ein. Die geriatrische Pflege ist rehabilitativ und präventiv, da nicht nur Folgeerkrankungen und Pflegebedürftigkeit vermieden bzw. verringert werden sollen, sondern Gesundheit gefördert und eine weitgehend selbstständige Lebensbewältigung angestrebt wird.

Team

Dr. Thomas Lepping

Chefarzt / Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Geriatrie, Palliativmedizin, Notfallmedizin

Volker Leven

Oberarzt / Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie

Peter Maas

Oberarzt / Facharzt für Allgemeinmedizin, Geriatrie, Notfallmedizin

Susanne Weiß

Pflegerische Leitung Ebene 1 (Akutgeriatrie und Frührehabilitation)

Beatrice Kruschel

Sekretariat

Silke Boller

Sekretariat

Akutgeriatrie und Frührehabilitation (BNA)

Leitung

Dr. Thomas Lepping

Chefarzt / Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Geriatrie, Palliativmedizin, Notfallmedizin

Sekretariat

Beatrice Kruschel

Sekretariat

Silke Boller

Sekretariat

Telefon:02641 83-5471
Telefax:02641 83-1470
E-Mail:geriatrie.bna@marienhaus.de

Einweisung und Aufnahme

Patienten mit geriatrischer Problematik können nach telefonischer Ankündigung über den behandelnden Arzt direkt in die Klinik eingewiesen werden. 

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über einen unserer geriatrischen Fachärzte

  • Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.30 Uhr
    Telefon 02641 83-85478
  • Samstag, Sonntag und an Feiertagen ist der diensthabende Arzt der Klinik über die Zentrale zu erreichen
    Telefon 02641 83-0

 

Für die Frührehabilitation werden Patienten aus dem Marienhaus Klinikum über ein Konsilverfahren mit Einschätzung des Rehabilitationspotentials aufgenommen, ebenso sind Einweisungen aus Akut-Krankenhäusern der Region nach entsprechender Vorankündigung und Absprache der Aufnahmemodalitäten möglich.

Zertifizierungen

Krankenhaus Maria Hilf

Dahlienweg 3
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Telefon:02641 83-0
Telefax:02641 83-1771
Internet:www.marienhaus-klinikum-ahr.dewww.marienhaus-klinikum-ahr.de