Eine spezielle Abteilung für Patienten mit Schlaganfall

Das Krankenhaus Maria Hilf feierte das 20-jährige Bestehen seiner Stroke Unit mit einen Symposium

Dr. Theordoros Ballidis, Chefarzt Kardiologie und Stroke Unit, informiert über die Weiterentwicklung bei Therapie und Prophylaxe des Schlaganfalls seit Errichtung der Stroke Unit am Krankenhaus Maria Hilf

28.01.2019

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Dezember 1999 richtete das Krankenhaus Maria Hilf als eines der ersten in ganz Deutschland eine sogenannte Stroke Unit ein. „Mit dieser speziellen Abteilung konnten wir die Behandlung von Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, deutlich verbessern“, erinnerte sich Dr. Gerhard Kreuter in seiner Ansprache beim Stroke Symposium, zu dem das Krankenhaus Maria Hilf anlässlich des 20-jährige Jubiläums der Stroke Unit im Januar in Bad Neuenahr-Ahrweiler die niedergelassenen Ärzte eingeladen hatte. Dr. Gerhard Kreuter war damals Chefarzt der Inneren Medizin und Mitglied der Landeskommission zur Errichtung von Stroke Units in RLP. Da für die Diagnostik, Therapie und Frührehabilitation eine enge internistisch-neurologische Zusammenarbeit unverzichtbar ist, hat er damals mit dem niedergelassenen Neurologen Privatdozent Dr. Paul Reuther und Dr. Christoph Smolenski, dem Ärztlichen Direktor der Dr. von Ehrenwall´schen Klinik, ein Netzwerk geknüpft. Die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologen trägt bis heute und stellt die neurologische Versorgung der betroffenen Patienten sicher.  

„In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Therapie und Prophylaxe des Schlaganfalls weiterentwickelt“, sagte Dr. Theodoros Ballidis. So beteiligt sich das Krankenhaus Maria Hilf seit April 2016 am Telestroke-Netzwerk Rheinland-Pfalz, das vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium gegründet wurde, um die Qualität der raschen Schlaganfall-Behandlung weiter zu verbessern. „Denn je eher die Durchblutungsstörung im Gehirn, die den Schlaganfall ausgelöst hat, diagnostiziert und therapiert wird, umso größer ist die Chance, dass der betroffene Patient den Schlaganfall weitgehend unbeschadet übersteht“, so der Chefarzt der Kardiologie und Leiter der Stroke Unit. 

Kommt ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus, dann wird zunächst eine gründliche Diagnostik durchgeführt, erläuterte Someieh Partowi den rund 85 Gästen des Symposiums. Diese Diagnostik sei wichtig, so die Fachärztin für Kardiologie, die als Oberärztin die Stroke Unit leitet, denn nicht jeder Patient, der mit neurologischen Ausfällen in die Klinik gebracht wird, habe einen Schlaganfall erlitten. Deshalb werden die Patienten zunächst im Computertomographen (CT) oder Kernspin (MRT) untersucht und die Bilder dann zur Beurteilung ins Telestroke-Zentrum Ludwigshafen geschickt. Anschließend wird über eine zentrale Nummer ein Neurologe in einem der landesweit sechs teilnehmenden Schlaganfallzentren angerufen. Über das sogenannte Telestroke-Terminal wird er per Video zugeschaltet. Er sieht den Patienten und kann beobachten, wie dieser bei der neurologischen Untersuchung durch die Ärzte der Stroke Unit vor Ort reagiert. Da ihm zusätzlich die Bilder aus dem CT oder MRT vorliegen, ist er direkt in der Lage zu entscheiden, ob zum Beispiel eine Lyse, ein spezielles Medikament, das das Blutgerinnsel auflöst, die richtige Therapie für den Patienten ist. Die neurologische Diagnostik über das Telestroke-Netzwerk Rheinland-Pfalz steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung und sorgt in jedem Fall für eine schnellstmögliche Therapie der betroffenen Patienten.  

Rund 80 Prozent der Schlaganfälle werden durch ein Blutgerinnsel verursacht, das ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Bei einigen wenigen Patienten ist dieses Blutgerinnsel so groß, dass es mit Hilfe einer Lyse nicht vollständig aufgelöst werden kann. Um bei ihnen dennoch die vollständige Durchblutung des Gehirns wieder herzustellen, kann das Blutgerinnsel im Rahmen einer Thrombektomie mechanisch mit einem Katheter aus dem Gefäß entfernt werden. „Wenn wir bei der Diagnostik sehen, dass ein Patient eine Thrombektomie benötigt, dann wird er sofort in eine Klinik verlegt, in der dieser Eingriff vorgenommen werden kann“, so Dr. Theodoros Ballidis.  

Nach der akuten Phase des Schlaganfalls liegt die weitere neurologische Behandlung der Patienten in den Händen der neurologischen Fachärzte vor Ort. Die Neurologen kommen täglich ins Haus und nehmen an der gemeinsamen Visite teil. Darüber hinaus werden die Patienten von einem therapeutischen Team behandelt, dem neben den Internisten, den Kardiologen und den Neurologen zusätzlich Geriater, Gefäßchirurgen, speziell ausgebildete Pflegekräfte, erfahrene Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen angehören. Sie alle sorgen dafür, dass die Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, schnellstmöglich die richtige Therapie und Frührehabilitation erhalten, damit sich die Symptome des Schlaganfalls möglichst weitgehend zurückbilden.

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