Noch präziser und schonender

Die Kardiologie des Krankenhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr hat eine neue hochmoderne Herzkatheteranlage erhalten. Darüber hinaus stehen dem Team um Chefarzt Dr. Theodoros Ballidis weitere hochspezialisierte Instrumente zur umfassenden kardiologischen Versorgung zur Verfügung.

Dr. Theodoros Ballidis, Chefarzt der Kardiologie und Schlaganfalleinheit, freut sich über die neue hochmoderne Herzkatheteranlage. (Foto: Andrea Schulze)

31.08.2022

Die neue Herzkatheteranlage, die vor wenigen Wochen im Krankenhaus Maria Hilf in Betrieb genommen wurde, ist ein hochmodernes Gerät, „das sehr viele Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung bietet“, freut sich Dr. Theodoros Ballidis, Chefarzt der Kardiologie und Schlaganfalleinheit. Schon 2010 wurde im Haus ein Herzkatheterlabor eingerichtet. Nun wurde die Anlage im Rahmen der Siemens Technologie-Partnerschaft ausgetauscht und auf den aktuellsten Stand gebracht. Vier Wochen hat der dafür notwendige Umbau in Anspruch genommen. „Ich bin richtig stolz darauf, dass das im laufenden Betrieb geschehen konnte. Wir mussten keinen Patienten ablehnen“, betont Dr. Ballidis. Er und sein Team konnten in der Übergangszeit den Angiographie-Platz des Krankenhauses nutzen, der eigens dafür ein Update erhalten hatte.       

 

Jetzt steht den Kardiologen ein Gerät der neuesten Generation zur Verfügung. Auf Bildschirmwänden lassen sich die Gefäße noch präziser darstellen. „Darüber hinaus ist die Untersuchung und Therapie mit der neuen Herzkatheteranlage noch schonender“, sagt Dr. Ballidis. So arbeitet sie beispielsweise mit einer deutlich geringeren Strahlung als ältere Geräte. Zusätzlich verfügt sie über eine Injektionspumpe, die das Kontrastmittel zur Darstellung der Gefäße äußerst präzise Milliliter genau dosiert. Das schont die Nieren der Patienten.

 

„In unserer Kardiologie nutzen wir weitere hochspezialisierte Geräte, um Patientinnen und Patienten weiter zu diagnostizieren, falls das erforderlich ist“, sagt Dr. Ballidis. Zeigen die Aufnahmen aus dem Herzkatheter beispielsweise mittelgradige Engstellen in den Herzkranzgefäßen, gilt es herauszufinden, ob diese die Versorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut behindern. Dafür nutzen die Kardiologinnen und Kardiologen einen Druckmessdraht (FFR). Diesen führen sie hinter die Engstelle und können so den dortigen Blutdruck ermitteln. Anhand der Werte können sie objektiv entscheiden, ob die Verengung behandelt werden muss.

 

Eine weitere hochspezialisierte Diagnosetechnik ist die Optische Kohärenz-Tomographie (OCT), mit deren Hilfe die Ärzte die Wände der Herzkranzgefäße im Mikrometerbereich betrachten können. „Auf diesen hochauflösenden Bildern sehen wir beispielsweise detailliert die Art der Ablagerungen und Risse in den Gefäßwänden und können auch beurteilen, ob ein Stent richtig sitzt“, erläutert Dr. Ballidis.

 

Müssen Engstellen geöffnet werden, und ist das mit der „einfachen“ Ballondilatation nicht mehr möglich, weil die Gefäßwände zu stark verkalkt und verhärtet sind, nutzen die Kardiologen den Rotablator. Dieses Instrument arbeitet mit Bohrköpfen, die mit Diamantsplittern besetzt sind. Sie werden im Herzkatheter über einen kleinen Draht bis zur Engstelle in der betroffenen Arterie vorgeschoben. Hier wird der Rotablator wie ein Bohrer eingesetzt. „Die Bohrköpfe drehen sich mit 180.000 Umdrehungen pro Minute und reiben so die harten Kalkablagerungen in feinsten Partikeln von den versteiften Gefäßwänden“, sagt Dr. Ballidis. Ist das Gefäß wieder ausreichend durchlässig, wird es mit einer Gefäßstütze, einem Stent, stabilisiert.

 

Immer wieder kommen Patientinnen und Patienten notfallmäßig ins Herzkatheterlabor, die so schwer erkrankt sind, dass sie möglicherweise die Behandlung nicht überleben. „Für diese Hochrisiko-Patienten nutzen wir die sogenannte Impella-Pumpe“, erklärt Dr. Ballidis. Diese kleine Pumpe wird über den Herzkatheter in die linke Herzkammer eingeführt und befördert hier bis zu vier Liter Blut pro Minute in den Körper. Sie stabilisiert damit den Kreislauf und versorgt die Organe mit sauerstoffreichem Blut. Zum Beispiel beim kardiogenen Schock kann die Unterstützung des Herzens mit der Impella-Pumpe lebensrettend sein.

 

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