Herzinfarktnetzwerk Rhein-Ahr-Eifel

Die Sterblichkeit des akuten Herzinfarktes hat sich deutschlandweit durch entsprechende Aufklärungskampagnen, Innovationen bei der medikamentösen Behandlung, Veränderungen der Behandlungspfade im Krankenhaus und insbesondere durch die flächendeckende Etablierung von kardiologischen Abteilungen mit Herzkatheter-Labor für die Notfall-Behandlung mit Ballon und Stent (Notfall-PCI) in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Auch bei uns in der Region ist diese positive Entwicklung zu beobachten.

Nichtsdestotrotz gibt es verschiedene Aspekte, die regional optimiert werden können oder müssen, um die Lebenserwartung und Lebensqualität von Menschen mit akutem Herzinfarkt weiter zu verbessern. Aus diesem Grund haben wir das regionale Herzinfarktnetzwerk Rhein-Ahr-Eifel gegründet, um die Zeit zwischen Beginn der Beschwerden und bestmöglicher Behandlung (meistens die Wiedereröffnung der für den Herzinfarkt ursächlichen Herzader) kürzest möglich zu halten, denn im Notfall zählt jede Minute („time is muscle“).

Räumlich versorgt das Herzinfarktnetzwerk Rhein-Ahr-Eifel die Landkreise Adenau, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig, Remagen, das Brohltal und über die Landesgrenzen hinaus Rheinbach, Meckenheim und Wachtberg im südlichen Rhein-Sieg-Kreis. Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz hat die Gründung unseres Netzwerkes entscheidende unterstützt.

Der Rettungsdienst, für den Erstkontakt mit dem betroffenen Patienten und die Notfall-Behandlung vor Ort verantwortlich, ist am Herzinfarktnetzwerk maßgeblich beteiligt. Die Krankenhäuser, die am Herzinfarktnetzwerk Rhein-Ahr-Eifel mitwirken, sind das Krankenhaus Maria Stern in Remagen, die Ahrtal-Klinik in Bad Bodendorf, die Brohltal-Klinik Sankt Josef in Burgbrohl, die Dr. von Ehrenwall‘ sche Klinik in Ahrweiler, das Sankt Josef Krankenhaus in Adenau und Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist das Interventionszentrum des Herzinfarktnetzwerks lokalisiert.

 

 

 

Informationen für Patienten

Herzinfarkt – Was ist das?

Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis. Durch einen plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes wird die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Herzmuskels teilweise unterbrochen. In einem solchen Fall zählt jede Minute, denn es kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder zum Herzversagen kommen. Falls das Gewebe nicht innerhalb kurzer Zeit wieder geöffnet wird, stirbt es ab. Das abgestorbene Gewebe wird als Infarkt bezeichnet. Da das Risiko für einen plötzlichen Herztod bei einem akuten Herzinfarkt stark ansteigt, sollte schon bei einen Verdacht auf Herzinfarkt sofort der Notarzt verständigt werden (Telefon: 112)

Mögliche Symptome könne sein:

  • Starke Schmerzen im Brustbereich oder im Oberbauch

  • Engegefühl

  • Brennen im Brustbereich

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Atemnot

  • Angstschweiß

  • Fahle Gesichtsfarbe

  • Ohnmachtsanfälle / Bewusstlosigkeit

     

Erste Hilfe:

  • Sofort den Rettungsdienst rufen. Nicht auflegen! Die Leitstelle beendet das Gespräch.

  • Nicht selbst in die Klinik fahren! Es könnte unnötige Zeit verschwendet werden.

  • Betroffenen zur Entlastung des Herzens mit erhöhten Oberkörper lagern

  • Enge Kleidung öffnen.

  • Den Betroffenen beruhigen und nicht alleine lassen

Informationen für Ärzte

Die aktuellen Leitlinien zur Versorgung von Herzinfarktpatienten der maßgeblichen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung, European Society of Cardiology, American Heart Association, European Resusciation Counsil) fordern die Einrichtung von Herzinfarktnetzwerken zur optimierten Patientenversorgung. Die strukturierte Versorgung des akuten Herzinfarktes hat nachweisbare Verbesserungen in der Versorgungsqualität erbracht. Die Einhaltung der bekannten Zeitfenster kann hierdurch messbar optimiert werden. Die leitliniengerechte Versorgung jedes Herzinfarktpatienten kann gewährleistet werden.

Die Akutintervention mit dem Herzkatheter ist in der Regel die bevorzugte Reperfusionsstrategie, die beim Herzinfarkt anzuwenden ist. die Fibrinolyse ist als Reservestrategie anzusehen. Sie kommt insbesondere dann in Betracht, wenn durch die Umstände ein leitliniengerechtes frühzeitiges invasives Vorgehen nicht möglich ist.

Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland Pfalz unterstützt die Leitstellen für Rettungsdienst, die in ihrem Bereich tätigen Notärzte und die Durchführenden des Rettungsdienstes sowie die in Betracht kommenden Kliniken ein entsprechendes Netzwerk vorzubereiten und zu vereinbaren. Hintergrund ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zur Organisation von Herzinfarktnetzwerken.

Als wesentlich wurde hierbei die logistische Notwendigkeit erachtet, die Akutintervention eines STEMI innerhalb einer Frist von 120 Minuten ab (Not-)Arzt-Erstkontakt zu gewährleisten. Die Akutintervention mittels Herzkatheter ist hierbei der präklinischen Lyse oder der Lyse in einem Krankenhaus ohne Interventionsmöglichkeit vorzuziehen. Grundlage für die Qualitätssicherung ist eine Dokumentation in Anlehnung an das MIR-RLP Infarktregister.

Ziel dieses Herzinfarktnetzwerkes, das räumlich das Gebiet der Landkreise Bad Neuenahr-Ahrweiler, Adenau, Sinzig, Remagen, das Brohltal, Rheinbach und Wachtberg umfasst, ist die bestmögliche Infarktversorgung der Notfallpatienten, unabhängig von Tageszeit, räumlichen Gegebenheiten und wirtschaftlichen Interessen. Hierfür ist ein logistisches Gesamtkonzept, das über gemeinsame Rahmenbedingungen verfügt, rettungsdienstübergreifend notwendig, um eine reibungslose Kooperation aller beteiligten Personen und Institutionen zu gewährleisten.

Durch die enge Verzahnung der Herzinfarktnetzwerk-Partner und insbesondere des unmittelbaren Austauschs zwischen Rettungsdienst vor Ort und den Partner-Kliniken kann gemeinsam eine Entscheidung über Zielklinik und Zielabteilung (auch hier ist maßgeblich „nächstgelegen, geeignet und aufnahmebereit“) getroffen werden.

Durch das zeitgleich gestartete Telekardiologie-Projekt der Rettungsdienstbereiche Koblenz und Montabaur soll über die Möglichkeit der EKG-Übertragung aus dem Rettungswagen in Zweifelsfällen:

  • eine erhöhte Diagnosesicherheit erzielt werden
  • eine schnellere Entscheidung zur Notwendigkeit einer umgehenden Herzkatheter-Behandlung (oder auch Nicht – Notwendigkeit) getroffen
  • eine Optimierung der Patientenallokation vorgenommen, hier mit dem Schwerpunkt „ländlicher Raum“ und den dort einhergehenden langen Fahrzeiten
  • eine Reduzierung / Vermeidung von Sekundärtransporten zwischen Kliniken erreicht werden, die bei der Erst-Aufnahme von Infarktpatienten in nicht geeignete Kliniken anfallen. Dadurch können Kosten in den Kliniken vermieden und Belastungen für den Patienten reduziert werden
  • durch verbesserte Vorabinformationen an die aufnehmenden Kliniken eine verbesserte Vorbereitung auf den Patienten ermöglicht und der Zeitverlust reduziert werden, und
  • in der Summe eine Beschleunigung und Verbesserung der Patientenversorgung erreicht werden, und dies insbesondere mit Vorteilen für den ländlichen Raum (Chancengleichheit, subjektives Sicherheitsgefühl, usw.).

Partner

  • Lothar Backes, Leiter Rettungsdienst im Kreis Ahrweiler

  • Dr. Theodoros Ballidis, Chefarzt Kardiologie und Stroke Unit, Krankenhaus Maria Hilf, Bad Neuenahr-Ahrweiler

  • Dr. Jochen Beideck, Ahrtal-Klinik Bad Bodendorf

  • Dr. Martin Holl, Chefarzt Brohltal-Klinik St. Josef, Burgbrohl

  • Dr. Heike Kornemann, Ärztliche Leiterin Notarztstandort Bad Neuenahr

  • PD Dr. Michael Neubrand, Krankenhaus Maria Stern, Remagen

  • Dr. Manfred Rittich, Chefarzt Innere Medizin St. Josef-Krankenhaus Adenau

  • Dr. Martin Schiffarth, Ärztlicher Leiter Notarztstandort Adenau und Intensivtransporthubschrauber Nürburgring

  • Dr. Christoph Smolenski, Dr. von Ehrenwall´sche Klinik, Ahrweiler

  • Dr. Christian Vogt, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Koblenz-Montabaur

Brohltal-Klinik St. Josef Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation

Kirchstraße 16
56659 Burgbrohl
Telefon:02636 53-0
Telefax:02636 53-3799
Internet: http://www.marienhaus-klinikum-ahr.dehttp://www.marienhaus-klinikum-ahr.de

Krankenhaus Maria Hilf

Dahlienweg 3
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Telefon:02641 83-0
Telefax:02641 83-1771
Internet: http://www.marienhaus-klinikum-ahr.dehttp://www.marienhaus-klinikum-ahr.de

St. Josef-Krankenhaus

Mühlenstraße 31-35
53518 Adenau
Telefon:02691 303-0
Telefax:02691 303-4799
Internet: http://www.marienhaus-klinikum-ahr.dehttp://www.marienhaus-klinikum-ahr.de